RECONQUISTA

  • Europa - ein Erbe der Germanen

     

    Eckdaten der Europäischen Einigung

    Für den Geographen ist Europa lediglich ein kleiner Teil des Eurasischen Kontinentes. Für den Europäer selbst ist es ein selbständiger Kontinent mit eigener Kultur, eigener Geschichte und eigenem Schicksal. Die ersten Bestrebungen die Völker und Staaten Europas unter einem Banner zu vereinen, liegen sehr weit zurück.

    Jungsteinzeit und Bronzezeit

    Schon in der Jungsteinzeit läßt sich eine gemeinsame Kulturempfindung und, davon abgeleitet - vermutlich auch ein gemeinsamer Glaube erkennen, der sich in der Gestaltung von Heiligtümern und Gräbern in Großsteinbauweise offenbart. Eine der mit dieser Megalithik verbundene Kultur wird heute aufgrund ihrer Töpfertware Trichterbecherkultur genannt. Sie breitete sich seit dem Ende des 5. Jahrtausends v. Chr. weit nach Südosten aus und reichte bis an den Dnjepr und das Schwarze Meer. Auch im Westen lassen sich einflüsse dieser Kultur anhand der typischen Kragenhalsflaschen nachweisen. (siehe Reconquista 2/2017, S. 32 ff.)

    Im 3. Jahrtausend beerben Schnurkeramiker und Glockenbecher - beides ebenfalls nach ihrer Töpferware benannte Kulturen - das alte mega- lithische Europa. Aus ihnen geht als bedeutendster Machtfaktor der Bronzezeit die Aunjetitzer Kultur (2300-1600 v. Chr.) in Mitteleuropa hervor. Sie unterhält Kontakte zum nahe gelegenen Raum der nordischen Bronzezeit, ebenso wie nach Großbritannien, von wo das für die Bronze wichtige Zinn, aber auch Gold importiert wird. Aber auch bis in den Mittelmeerraum und nach Ägypten reichen die Handelsbeziehungen, die den Aunjetitzern zu Macht und Reichtum verhalfen.

    Antike und Mittelalter

    Erst mit der Völkerwanderung aber wird derGrundstein des heutigen Europa gelegt. Die auf den Spuren ihrer Vorfahren nach Südwesten und Südosten ausgreifenden Germanenstämme etablieren in ganz Europa neue Königreiche. Die Nachfahren der germanischen Fürsten bildeten den europäischen Adel, der bis in die heutige Zeit untereinander verwandt ist. Unter Kaiser Karl dem Großen werden dann erstmals die germanischen Stämme Mitteleuropas unter dem Dach eines Reiches vereint, das später als Heiliges Römisches Reich bis 1806 Bestand haben sollte. Obgleich Karl daher als „Vater“ Europas gedacht wird, war es lediglich ein loser Zusammenschluß von Fürstentümern, die zur Militärhilfe verpflichtet waren.

    Neuzeit

    In der Neuzeit gab es verschiedene Vorstöße, das christliche Europa enger aneinander zu binden und mit gemeinsamen Organen auszustatten. 1463 schlug Georg von Podiebrad einen übergeordneten Gerichtshof vor, zugleich sollte ein Parlament der mitgliedstatten errichtet werden, auf das auch hoheitliche Rechte der Mitglieder übertragen werden sollten. 1640 schlug der Herzog von Sully eine Föderation der christlichen Staaten Franbkreich, England, Dänemark, Schweden, Spanien und der Lombardei vor, die als „Völkerverein“ fungieren sollte.Aufgegriffen wurden diese Ideen Anfang des 18. Jahrhunderts von Abbé de Saint-Pierre, der nach dem spanischen Erbfolgekrieg einen „Plan zum ewigen Frieden unter christlichen Herrrschern“ entwarf.

    Doch erst die 1922 von Nikolaus Coudenhove-Kalergi gegründete Paneuropa-Union hatte einen bedeutenden Anteil an der späteren Gründung der EU. Offizielles Ziel des bundes war ein politisch und wirtschaftlich geeintes, demokratisches und friedliches Europa auf Grundlage des christlich-abendländischen Wertefundaments. Tatsächlich aber hatte der Gründer noch andere Vorstellungen, die der Öffentlichkeit lange Zeit verborgen blieben, obgleich Coudenhove in verschiedenen Büchern seine Ziele offenlegte: Das zukünftige Europa so der vermeintliche Europa-Freund, solle sich aus einer gemischtrassigen supranationalen Bevölkerung zusammensetzen, die von Juden geführt werde. (siehe dazu Reconquista Nr.2). Entsprechend wurde die Paneuropa-Bewegung nicht nur im Dritten Reich, sondern nach 1945 auch von diversen nationalen Bewegungen abgelehnt. Dennoch gelang es der Bewegung, der heutigen Europäischen Union ihren Stempel aufzudrücken.

     

    Europa - ein Erbe der Germanen

    Worauf gründet Europa? Auf den Römern? Dem Christentum? Der Antike? Alles stimmt - aber nur zum Teil. Das wichtigste ist vergessen: Das Germanentum. Europa ist letztlich das Werk jener großen Zahl germanischer Stämme, die in der Völkerwanderung den Kontinent unterwarfen, über einen eng verbundenen germanisch geprägten Adel die Kulturformen von Rittertum und Lehnherrschaft ausbildeten und so die Grundlage dafür schufen, daß Europa zu einem einheitlichen Kulturraum zusammenwuchs. Die germanische Herrschaft begründete eine ethnisch-kulturelle Homogenität der Oberschicht, die eine gemeinsame Kultur über Ländergrenzen hinweg hervorbrachte. Sie bildete damit die Grundlage für das Weiterleben römischer und antiker Traditionen. In diesem Sinne kann man sagen: Europa ist ein Erbe der Germanen.

    Diese Sichtweise ist ungewohnt, sie bedarf der Erklärung. Als das Römische Reich im Jahre 476 unterging, trat an seine Stelle eine Vielzahl von kleineren Herrschaftsgebieten, die fortan getrennte Entwicklungen nahmen. Die Völkerwanderung, die man als große Germanen-Wanderung bezeichnen könnte, zerschlug zwar das Römische Reich, aber die „Vielfalt“ war doch durch eine neue Einheit bestimmt, nämlich das germanische Element, das sich über den ganzen Kontinent ausbreitete. Hierdurch entstand eine Verwandtschaft der Völker, die man als den ersten Prozeß europäischer Integration bezeichnen könnte. Auch wenn es ungewohnt klingt: Europas Einheit beginnt mit der Völkerwanderung.

    Rom war an der Eroberung Germaniens gescheitert und sein Untergang war auch die Folge spätrömischer Dekadenz. Dem Ansturm der germanischen Stämme hielt das Imperium nicht Stand. Während die Kimbern und Teutonen noch aufgehalten werden konnten, überrannten in der Folgezeit Wandalen, Ost- und Westgoten, Sueben, Bastarnen, Gepiden, Langobarden und Burgunder die römischen Reichsgrenzen und richteten sich in den Provinzen als neue Herren ein. Als im Jahre 476 der aus dem Stamm der Thüringer kommende Heerführer Odoaker den letzten weströmischen Kaiser absetzte, war die Völkerwanderung schon 100 Jahre alt. Sie begann nach allgemeiner Auffassung im Jahre 375 mit dem „Gotensturm“und endete im Jahre 568 mit der Eroberung Norditaliens durch die Langobarden. Die Goten hatten seit etwa 100 vor Chr. ihren Herrschaftsbereich von der Weichselmündung (Gothiscandza, daraus: Danzig, poln. Gdansk) bis in die heutige Ukraine erweitert und nach dem Sieg über die am Don siedelnden (ebenfalls germanischen) Heruler ihren Einflußbereich vom Baltikum bis zum Ural ausgedehnt. Über die Flüsse beherrschten sie den Fernhandel. Nach dem Einfall der Hunnen 375 blieb nur ein kleiner Teil der Goten in der Ukraine zurück, bis in das 16. Jahrhundert blieb die gotische Sprache auf der Krim nachweisbar. Auf ihrem Zug nach Westen schlugen die gotischen Panzerreiter das römische Heer im Jahre 378 bei Adrianopel vernichtend. (Interessantes Detail am Rande: Im 2. Weltkrieg diente Adrianopel als Beweis der barbarischen Tradition der Deutschen.) Die faszinierende Geschichte der Goten, die sich in West- und Ostgoten spalteten, kann hier nur in wenigen Sätzen gestreift werden. Die Ostgoten errichteten unter Theoderich 493 ein Reich in Norditalien mit der Hauptstadt Ravenna, die Westgoten zogen unter Alarich ins heutige Frankreich, gründeten ein Reich um Toulouse (418 - 711), dessen Hauptort sie später nach Toledo in Spanien verlegten. Auf den Katalaunischen Feldern besiegten sie die Hunnen. Zwei Jahrhunderte lang blühte die westgotische Kultur zwischen der Loire und Gibraltar, bevor König Roderich (Rodrigo) 711 dem Ansturm der Araber unterlag. Aber das war nicht das Ende. Es war der Westgote Pelayo, der ab 722 von Asturien aus mit der „Reconquista“ begann und damit den spanischen Staat begründete. Noch heute führen zahlreiche spanische Adlige ihr Geschlecht voller Stolz auf ihre westgotischen Vorfahren zurück und in den Provinzen schimpft man auf „los godos“, wenn man sich über die Herren im fernen Madrid beklagt. Nicht nur die Geschichte Spaniens begann mit einer germanischen Staatsgründung, auch zahlreiche andere Staaten gehen auf germanische Stämme zurück.
Portugal war Herrschaftsgebiet der Sueben, Gallien wurde ab 456 von den Franken erobert, deren Reich mit Karl dem Großen um 800 seine größte Ausdehnung erreichte. Der fränkische Adel bildete zwar später nur noch eine dünne Oberschicht in Frankreich, regierte aber schließlich bis zur Französischen Revolution 1789. England hat seinen Name von den Angeln aus Schleswig-Holstein, die gemeinsam mit Teilen der Sachsen (Sussex, Essex,) das Land ab 410 in Besitz nahmen. Sie wurden 1066 von dem Normannen Wilhelm dem Eroberer unterworfen, dessen direkte Nachfahrin die jetzige Königin ist.

    In Norditalien siedelten ab 568 die Langobarden (Lombardei), die von der unteren Elbe kamen und zusammen mit den Ostgoten den norditalienischen Menschenschlag prägten. Auch im Osten gab es eine germanische Landnahme. Die Waräger aus Schweden beherrschten wie zuvor die Goten die Handelswege auf Wolga, Dnjepr und Don und gründeten die ersten Reiche der Rus (das heißt: Ruderer) um Nowgorod und Kiew (altnord. Känugard), die zur Keimzelle des russischen Staates wurden.

    Selbst bei den Polen scheint heute aufgrund moderner genetischer Analysen eine germanische Herkunft der adligen Oberschicht nachgewiesen, die wahrscheinlich auf eine Besiedlung aus dem Norden über die Flüsse Oder und Warthe zurückgeht. Der erste bekannte Herrscher der Polanen trug den nordischen Namen Dago, der an dem fränkischen Namen Dagobert erinnert. Seine Nachfahren werden auch als „Daglinger“ bezeichnet.

    Sonderrolle der Deutschen

    Eine Sonderrolle unter den germanischen Völkern nehmen die Deutschen ein. In dem Feuersturm der Völkerwanderung bildeten sie zusammen mit den Völkern im Norden den sturmfesten Kern der seßhaften Germanen, ein Volkstum, das sich behauptete, die „Germania invicta“. Der Rest Europas wurde dagegen durch Einwanderung überformt. Der Philosoph Fichte bezeichnete die Deutschen deshalb als ein ursprüngliches Volk, ja sogar als „Urvolk“, was ihnen eine besondere Tiefe verleihe. Hölderlin sprach von dem heiligen Herz der Völker, eine hymnische Preisung, die heute sicher als „völkisches Denken“ verfolgt würde. Doch auch in vieler anderer Hinsicht wurden die Deutschen zu einem besonderen Volk. Sie übernahmen mit der „Translatio imperii“ die römische Reichstradition, sie bildeten seit Karl dem Großen die politische und spirituelle Führungsmacht des Abendlandes, die als Heiliges Römisches Reich (frz. „Saint Empire Germanique“) über 800 Jahre lang die Geschicke Europas bestimmte. Seit jeher hatten die Deutschen in diesem Reich die Führung inne, auch wenn Reichs- italien, Burgund, Ostfrankreich, die Niederlande, Böhmen als germanisch geprägte Gebiete seit jeher dazugehörten. Erst spät kam der Zusatz „Deutscher Nation“ zur Erläuterung hinzu. Am 6. August 1806, also 1006 Jahre nach der Krönung Karls des Großen, legte Franz II. die Kaiserkrone nieder. Damit endete das alte deutsche Reich.

    Die Sonderrolle der Deutschen besteht jedoch fort. Sie sind gewissermaßen die Ankernation Europas, deren germanische Vorfahren einst über den ganzen Kontinent ausgeschwärmt sind und das Fundament für die verwandtschaftliche und kulturelle Verbundenheit gelegt haben. Die nordischen Herrschaftstraditionen entwickelten sich im Mittelalter zu Lehnswesen und Rittertum, die den Adel in Spanien, Italien, Frankreich, England und Deutschland miteinander mehr verbanden als mit der unterworfenen Bevölkerung. Der Adel bildete eine „transnationale“ Oberschicht, die mit der heutigen internationalen Führungskaste in Wirtschaft, Politik und Medien vergleichbar ist. Man heiratete nur unter seinesgleichen. Der Franke nahm eine Westgotin zur Frau, der Burgunder eine aus Thüringen, der Sachse eine Tochter aus böhmischem oder englischem Adel. Karl der Große etwa hatte (nacheinander) fünf Frauen, allein mit Hildegard hatte er neun Kinder, die europaweite Verbindungen stifteten. Der Adel war eine große europäische Familie. Troubadoure und Minnesänger sorgten für Unterhaltung an den Höfen, Kirchenmänner und Ritter für eine christliche und ritterliche Bildung. Das Rittertum war aus der Kriegerkaste der Reiter hervorgegangen, welche die Hauptstütze der fürstlichen Macht bildeten. Die kriegerischen Leistungen wurden durch Landzuteilung belohnt, das Lehnsverhältnis verpflichtete zu gegenseitiger Treue. Gemäß germanischer Tradition bestand eine konsensuale Herrschaftspraxis. Der König war keineswegs absoluter Herrscher, die Reichsstände regierten mit.

    Das Rittertum war zugleich Träger einer verfeinerten höfischen Kultur, zu der mit dem Minnedienst auch der ehrenvolle Umgang mit Frauen, das liebevolle Andenken an Verstorbene und der Einsatz für Bedürftige zählten. Dies alles wurde in späterer Zeit unter dem Begriff Ritterlichkeit zusammengefaßt. Die ritterliche Adelsschicht war Träger der Monarchien, die erst zwischen 1789 und 1918 untergegangen sind. Sie war über 1000 Jahre lang der Träger der europäischen Kultur. Daß sich diese Kultur später in allen Volksschichten ausgebreitet hat, liegt vermutlich auch daran, daß durch die Völkerwanderung die Menschen Europas verwandtschaftlich verbunden sind. Die Völkerwanderung stellt einen ersten großen Integrationsprozeß dar. Im Germanentum liegt der Ursprung Europas. Wer von Europa spricht, darf das germanische Erbe nicht übergehen.

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Geleitwort Reconquista 1/2020


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