RECONQUISTA

  • 09-01-20 18:01 Alter: 90 Tage

    Europa - Ein Ring uns zu knechten?

    Frankreichs Motiv hinter der Europäischen Union


    Die  Europa-Flagge zeigt einen Ring aus 13 gelben Sternchen.
    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Deutsche Europa-Skeptiker  blicken mit wenig Begeisterung auf das Sternenbanner.
    „Ein Ring uns zu knechten“ heißt es lapidar.
    Das soll heißen: Europa ist eine politische Konstruktion, die sich speziell gegen Deutschland richtet. Die Europäische Union habe den Zweck, die deutsche Wirtschaftskraft und Souveränität zu begrenzen und Deutschland möglichst klein zu halten, so die Behauptung. Eine solche negative Sicht auf Europa wird selten offen geäußert, aber entspricht doch einem weit verbreiteten Mißtrauen. Ob darin mehr als ein Funken Wahrheit liegt, gilt es zu prüfen.
    Wer das heutige Europa verstehen will,  muss sich fragen, wie die Europäische Union entstanden ist. Sie gündet auf einem Mythos. Ähnlich wie die Göttin Europa auf dem Stier in eine mythologische Vergangenheit zurückweist, so sind auch die Anfänge der Europäischen Gemeinschaft von einem verklärenden Mythos umgeben.
    Der lautet kurz gefasst:  Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die europäischen Völker des ewigen Kämpfens müde und die Erkenntnis setzte sich durch, dass sie nur gemeinsam Frieden und Wohlstand erreichen konnten. Dieses Friedensmotiv bildet auch heute das schlüssige und allgemein anerkannte Argument für die europäische Zusammenarbeit. Daß Europa allein darauf beruhe, könnte man als Friedens-Mythos bezeichnen.
    Die mythologische Verklärung verdeckt die Schattenseiten der europäischen Einigung. Frieden war und ist auch heute nicht das einzige Motiv. Das Friedensmotiv ist nur die Schauseite der Medaille, fortbestehende alte Gegensätze,  Machtfragen, ja Feindschaften, sind die andere.
    Am Ende des Zweiten Weltkrieges standen fast alle europäischen Staaten Deutschland in erbitterter Feindschaft gegenüber. Deutschland lag zwar am Boden, aber die Nachbarn, allen voran Frankreich, fürchteten nichts so sehr wie eine Wiederauferstehung des großen Nachbarn.
    Darin traf man sich mit den Interessen der USA. Auch die Amerikaner waren schließlich zweimal in den Krieg gezogen, um eine konkurrierende Großmacht in Europa zu verhindern.
    Mit vereinten Kräften wollten Europäer und Amerikaner also Vorkehrungen treffen, Deutschland dauerhaft am Boden zu halten. Die Formel dafür lautete: „den Frieden bewahren“. Aus dem Friedensmotiv, der Absicht Deutschland unter Kontrolle zu halten, entwickelte sich die Idee des „gemeinsamen Europa“.
    Insbesondere Frankreich bemühte sich nach 1945 darum, die Wiederherstellung eines deutschen Staates dauerhaft zu verhindern. Frankreich sperrte sich entschieden gegen das US-Projekt „Bundesrepublik“, versuchte es gar zu torpedieren.
    Paris strebte danach, die französische Grenze bis zum Rhein vorzuschieben, das Ruhrgebiet unter französische Kontrolle zu bringen und den Rest Deutschlands dauerhaft unter Militärverwaltung zu stellen.Das Interesse richtete sich vor allem auf das Ruhrgebiet.

    Frankreich will die deutsche Kohle

    Für eine starke Militärmacht brauchte man eine Rüstungsindustrie, brauchte man Stahl, brauchte man Kohle. Frankreich wollte militärisch stark  aufrüsten, eine deutsche Wiederaufrüstung dagegen sollte dauerhaft unmöglich gemacht werden.
    In Paris konnte man die Gründung der Bundesrepublik zwar nicht verhindern, statt des Rheinlands gab es nur das Saar-Gebiet, sozusagen als Trostpreis.
    Doch durch ein Kunststück gelangte Frankreich doch an die Kontrolle des Ruhrgebiets.
    Jean Monnet, Frankreichs „Minister für Rüstung und Beschaffung“, präsentierte ein ganz neues Konzept, es hieß:
    europäische Zusammenarbeit. Kontrolle und Friedensmotiv verschmolzen darin.
    Monnet war in beiden Weltkriegen Leiter der französischen Kriegswirtschaft gewesen, er stand seit 1918 für die Rheinland- Besetzung, für die harten Bedingungen des Vertrages von Versailles, für den Einmarsch in das Ruhrgebiet 1923 und für eine rigorose Reparations-Politik gegenüber der Weimarer Republik.
    Sein Konzept war:
    Um den französischen Zugriff auf die deutsche Kohle zu sichern, sollte eine supranationale Behörde gegründet werden.
    Eine Europäische Institution für die Montan-Industrie sollte den Deutschen die Kontrolle über das Ruhrgebiet entziehen. Die „Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl“ entstand. Sie sollte zur Keimzelle weiterer europäischer Institutionen werden. Euratom verhinderte eine selbstständige Atompolitik, die EWG  beteiligte die Nachbarn am deutschen Wirtschaftswunder. Deutsche Zahlungen bildeten fortan den Kitt, der die EU zusammenhielt. Die Zauberformel lautete immer wieder:
    Willst du deutsches Geld erhalten, mußt Du es zentral verwalten.
    Monnet war der Vater dieser Gemeinschaftsidee, also der gemeinsamen Kontrolle und Umverteilung, für die Bürokraten in Brüssel gilt der Franzose als der erste große Europäer.
    Dabei war der Monnet-Plan nur die konsequente Fortsetzung  einer französischen Außenpolitik, deren Grundlage der Versailler Vertrag bildete.
    Schon nach dem Ersten Weltkrieg lautete das Motto: Deutschland soll zahlen! Durch beständige Zahlungen sollte Deutschland dauerhaft geschwächt  und in einem instabilen Schwebezustand gehalten werden. Die Konsequenzen sind bekannt.
    Nach dem Zweiten Weltkrieg war Deutschlands schwächer und instabiler als jemals zuvor. Die junge Bundesrepublik setzte alles daran, sich von den Fesseln des Besatzungsregimes zu befreien.  Eine Möglichkeit dafür bot die „europäische Integration“. Aber auch hier galt: Deutschland soll zahlen! Mehr staatliche Freiheit  kostete Geld, Frieden gab es nicht umsonst, die Niederlage forderte erneut Tribut. Deutschland wurde zum Zahlmeister.
    Das gesamte Umverteilungsregime in Brüssel  basierte auf den deutschen Nettozahlungen. Sie beliefen sich allein im Zeitraum von 1990 -2015 auf über 250 Mrd. Euro. In Brüssel bekennt man offen: Wenn die Deutschen nicht mehr zahlen, fliegt der Laden auseinander.
    Der schottische Historiker Nyall Ferguson sieht die Zahlungen Deutschlands als fortgesetzte Reparationen. Nach seiner Meinung kann man sich die EU vorstellen als ein „System von Kriegsreparationen, bei dem die Leistungen Deutschlands etwa denen entsprechen, die ihm mit dem Versailler Vertrag aufgebürdet wurden“. Deutschland zahlt immer weiter, weil es den Krieg verloren hat und dadurch in eine Art Knechtschaft geraten ist. Eine Befreiung ist hier nicht in Sicht, im übrigen auch von den deutschen Politikern nicht beabsichtigt.
    Selbst das hat jedoch die Begehrlichkeiten der europäischen Nachbarn nicht befriedigt.
    Trotz andauernder Tributzahlungen gedieh die Bundesrepublik prächtig. Symbol der wirtschaftlichen Stärke war die Deutsche Mark. Sie war der französischen Politik zunehmend ein Dorn im Auge. Das alte Vormachtstreben lebte schließlich unter dem Mantel der Freundschaft fort.
    Schließlich forderte Frankreich, den Verzicht auf die D-Mark.
    Diese gefährde die machtpolitische Balance, hieß es in Paris.
    Jacques Attali, Berater des Präsidenten, brachte den Gedanken in Bonn vor. Im Gespräch mit Theo Waigel verlangte er den

    Verzicht auf die deutsche Atombombe

    Theo Waigel reagierte verdutzt und als er begriff, lehnte er dankend ab. Mit dem Fall der Mauer veränderte sich die Lage.
    Die Freunde im Westen versuchten die deutsche Einheit noch zu verhindern, und erst als Kohl sich bereit fand, die D-Mark sozusagen als Preis für die Einheit zu opfern, gab es grünes Licht aus Paris.
    Kohl sprach später davon, die Aufgabe der D-Mark sei eine Frage von Krieg und Frieden gewesen und man kann sich vorstellen, wie er zur Kapitulation gezwungen wurde. Die französische Presse sprach ebenfalls von Krieg und jubelte: Maastricht ist Versailles ohne Krieg!
    Und die Londoner Times  kommentierte später: „Der Vertrag von Maastricht ist die dritte Kapitulation Deutschlands vor Frankreich in weniger als 100 Jahren. Er ist der natürliche Nachfolger der Verträge von Versailles und Potsdam.“
    Eine solche Betrachtung der Entwicklung Europas als eine Unterwerfung Deutschlands unter die Interessen der Nachbarn passt natürlich nicht zum Friedensmythos der Europäer.
    Sie macht bewusst, welch tiefe Gräben und Interessengegensätze unter der Oberfläche schlummern, nicht nur mit Frankreich,  sondern auch mit den Vertreiberstaaten Polen und Tschechien und anderen, die immer wieder Reparationsforderungen stellen.
    Es gibt fremde Interessen, die alten Feindschaften entspringen und die man durchaus als feindlich qualifizieren kann.  Sie machen es Deutschland so schwer, nachteilige Regelungen zu revidieren oder Forderungen nach immer neuen Lasten erfolgreich abzuwehren.
    Dass Europa in einem gewissen Maße eine Konstruktion ist, die auf einer Benachteilgung,  Sonderbehandlung, ja sogar Frontstellung gegen Deutschland beruht, scheint der „europäischen Idee“ inhärent zu sein.
    Das ist historisch bedingt und hat eine geographische Grundlage.
    Deutschland ist die Mitte Europas, alle anderen Staaten bilden einen Ring um unser Land. Ob dies ein Ring ist, uns zu schützen, uns zu dienen oder uns knechten, darüber entscheidet auch die deutsche Politik. Sie hat die sicherlich schwere Aufgabe, den Ring der Knechtschaft in einem Ring der guten Nachbarschaft zu verwandeln, der unser Land schützt und deutschen Interessen dient.


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