RECONQUISTA

  • 09-10-20 10:46 Alter: 47 Tage

    Krieg um Berg Karabach

    Wie der türkische Präsident Erdogan Konflikte anheizt, um von der Inlandskrise abzulenekn

    Nikol Pashinyan / Ilham Aliyev / Berg Karabach
    Die Präsidenten Nikol Pashinyan (Armenien) und Ilham Aliyev (Aserbaidschan) - T-72-Panzer

    Es begann am 27. September als türkisch-aserbaidschanische Militärübung in Aserbaidschan – wenige Stunden später wurde aus der Übung ernst. Vor allem die von der Türkei aus Syrien in die Region geschleusten radikalen Islamisten spielen eine wichtige Rolle bei den schweren Kämpfen rund um die Region Berg Karabach. Der türkische Präsident Erdogan scheint mit der Unterstützung der Konfliktpartei Aserbaidschan vor allem von den massiven wirtschaftlichen Problemen im Inland ablenken zu wollen und die Türkei zugleich einmal mehr als Interessenvertreter der Muslime zu stilisieren.  

    Die Region Bergkarabach ist historisch armenisches Gebiet und von Armeniern besiedelt, wurde aber unter Josef Stalin Anfang der 1920er als „autonomes Gebiet“ der Aserbaidschanischen SSR zugeschlagen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Gründung der unabhängigen Staaten Georgien, Armenien und Aserbaidschan im Südkaukasus entflammte Ende der 1980er Jahre erneut der Streit. 1992 führte die Nationalitätenkrise im Südkaukasus zum Bergkarabach-Krieg, der 1994 mit einem Waffenstillstand zwischen den damals siegreichen Armenien und dem geschlagenen Aserbaidschan endete – und mit der armenischen Republik Bergkarabach, die allerdings in der Folgezeit keine internationale Anerkennung fand. Seitdem ist der Konflikt sozusagen „eingefroren“. Es kam bisher immer wieder zu Provokationen an der Grenze Bergkarabachs, auch zu begrenzten Militäroperationen vor allem Aserbaidschans.

    Die Türkei ist ein wichtiger Verbündeter Aserbaidschans, die Aserbaidschaner werden von Ankara als Brudervolk betrachtet. Armenien wiederum ist ein wichtiger Verbündeter Russlands, beide sind im CSTO-Verteidigungsbündnis, eine russische Militärbasis befindet sich ebenfalls in Armenien. Die Islamische Republik Iran grenzt im Süden an den Südkaukasus, ist vor allem an Stabilität interessiert und pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zu Armenien, während Aserbaidschan eng mit Israel zusammenarbeitet und für Israel ein wichtiger Erdöl-Lieferant ist. Auch die USA sind in der Region aktiv, sie wollen die Länder des Südkaukasus näher an den Westen führen. Und selbst China hat die Region im Blick. Eine Destabilisierung könnte das ambitionierte Projekt der „Neuen Seidenstraße“ Pekings empfindlich stören.


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